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Lehrerjob für Ex-Terroristin bleibt umstritten
2007-05-10
Trotz Zustimmung von Bremer Eltern für ihre Tätigkeit als Lehrerin, reißt die Debatte um die Resozialisierung der früheren RAF-Terrorirtsin Susanne Albrecht nicht ab. In Potsdam wäre das für ihn nicht vorstellbar, sagte Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Ich wäre strikt dagegen. Und ich würde mich entsprechend äußern."
Der Minister nannte die Entscheidung der Bremer Schulbehörden für Albrecht absolut nicht nachvollziehbar". Die Resozialisierung verurteilter Verbrecher dürfe nicht in Kontakt zu Kindern erfolgen. "Das halte ich für falsch und ist auch den Eltern gegenüber nicht vertretbar."
Der Elternbeirat der Hansestadt hatt sich allerdings am Mittwoch einstimmig für Albrecht ausgesprochen. Für Bildungssenator Willi Lemke (SPD) sei der Fall daher erledigt, sagte ein Sprecher am Donnerstag nach einer Sitzung in der Bildungsbehörde. Der Senator wünsche sich, dass Ruhe einkehre und die Schule ihre Arbeit machen könne.
Albrecht gibt Sprachunterricht an einer Bremer Grundschule. Die Eltern an der betroffenen Schule hatten Bestürzung und Empörung darüber geäußert, dass mit der Vergangenheit von Albrecht Wahlkampf gemacht wurde. Albrecht solle "ihre sehr erfolgreiche Tätigkeit für die Kinder unserer Schule fortsetzen", hieß es in einer Erklärung vom Wochenbeginn.
Die Beschäftigung Albrechts war Anfang Mai bekannt geworden. Die CDU hatte die Lehrtätigkeit als untragbar bezeichnet. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Bosbach, hatte gesagt, es könne nicht sein, "dass eine Ex-RAF-Terroristin ausgerechnet durch die Arbeit mit Kindern resozialisiert werden soll".
Albrecht war unter anderem für ihre Beteiligung an der Ermordung des Bankiers Jürgen Ponto 1977 im Jahr 1991 zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren verurteilt worden. Seit April 1992 saß sie in der Justizvollzugsanstalt Bremen. 1996 wurde Albrecht demnach auf Bewährung entlassen. Seit 1993 war sie im offenen Vollzug und arbeitete unter anderem als Teilzeitkraft für einen freien Träger, der Lehrkräfte an Schulen vermittelt. Seither gab die Pädagogin an drei Grundschulen Sprachunterricht für Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen.
Quelle: (dpa/AP)
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