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Schwere Randale von G-8-Gegnern
2007-05-10
In zahlreichen Städten Deutschlands haben am Mittwochabend mehr als 6.000 Gegner des G8-Gipfels in Heiligendamm gegen eine Großrazzia von Bundesanwaltschaft und Polizei protestiert. Während es in Hamburg am Abend bei einer Demonstration von 2.000 Aktivisten der linken Szene zu Ausschreitungen mit mehreren Verletzten kam, blieb es in Berlin weitgehend friedlich. Dort hatten sich nach Polizeiangaben rund 3.000 Protestierer im Stadtteil Kreuzberg versammelt. In Berlin waren bis kurz nach Mitternacht rund 570 Polizisten im Einsatz. In Hamburg war ein Großaufgebot an Beamten bis in die Morgenstunden auf der Straße.
In Köln, Hannover und Göttingen hatten sich jeweils bis 150 bis 230 Menschen getroffen. Dort verliefen die Märsche durch die Innenstädte friedlich. Ebenso ruhig gingen Aktionen von insgesamt knapp tausend Menschen in Gießen, Bochum, Leipzig, Rostock, Mannheim, Jena, Kiel, Marburg und Potsdam zu Ende.
Rote Flora durchsucht
In Hamburg hatten Polizisten am Morgen die Räume des linken Szene- Treffs «Rote Flora» wegen vermuteter Aktionen gegen den G8-Gipfel im Juni durchsucht. Am Abend kam es dort zu einer zunächst friedlichen Kundgebung. Gegen 22.00 Uhr eskalierte die Situation. Zahlreiche Flaschen und andere Gegenstände flogen auf Polizisten und Passanten. Mehrere Menschen erlitten Schnitt- und Kopfverletzungen und mussten behandelt werden. Über Festnahmen und die genaue Zahl der Verletzten wurde zunächst nichts bekannt. Nach dem massiven Polizeieinsatz, auch mit Wasserwerfern, beruhigte sich die Situation zunächst.
Überwiegend schwarz gekleidete Demonstranten waren zuvor von der «Roten Flora» aus durch das Hamburger Schanzenviertel gezogen. Die Polizei versuchte den spontanen Demonstrationszug in geordnete Bahnen zu lenken. Mehrmals drohte die Situation zu eskalieren, die Demonstranten riefen aggressive Parolen wie «BRD Bullenstaat». Über der «Roten Flora» prangte ein Banner mit der Aufschrift: «Repression zurückschlagen».
Terrorverdacht
Der Gipfel der sieben führenden Industrienationen und Russlands findet vom 6. bis 8. Juni in Heiligendamm statt. Bei der Großrazzia hatten am Mittwochmorgen rund 900 Polizisten in sechs Bundesländern Räume von Gipfel-Gegnern durchsucht. Insgesamt 21 namentlich bekannte Personen stünden im Verdacht, eine terroristische Vereinigung gegründet zu haben, um mit Brandanschlägen und anderen gewalttätigen Aktionen den Gipfel zu stören oder die staatlichen Strukturen zu beseitigen, hatte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe erklärt. Kritik an den Maßnahmen übten die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth und die globalisierungskritische Organisation attac, die von der Durchsuchung nicht betroffen war.
Quelle: (N24.de, dpa)
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